Bergbauliche Überbleibsel und Barock

Hans-Jürgen, unser heutiger Wanderleiter begrüßte 14 Wanderfreunde am 10.02 .19 auf dem Bahnhof in Petersroda mit Auszügen aus dem Mondkalender. Der besagt: Wir haben zunehmenden Mond. Die vorherrschende Farbe ist ein kräftiges Blau und wir haben die Elemente: Erde/ Stier. Zur Gesundheit kann man sagen, man sollte Maßnahmen zum Erhaltung des Körpers vornehmen und bei einem Hobby (z.B wandern) entspannen. Als Fazit, wir machen also alles richtig.

Petersroda war bis zur Eingemeindung am 01. Juli 2009 in die Stadt Sandersdorf- Brehna eine selbstständige Gemeinde. Der Ort gehörte bis 1815 zum kursächsischen Amt Bitterfeld. Durch die Beschlüsse vom Wiener Kongress kam Petersroda zu Preußen und wurde 1816 dem Kreis Bitterfeld im Regierungsbezirk Merseburg der Provinz Sachsen zugeteilt, zu dem er bis 1944 gehörte. Aktuell hat Pertersroda ca. 600 Einwohner.

Das Wappenbild des Frosches begründet sich auf ein von Pertersroda verwendeten Symbol, dass ein Frosch darstellt und schon zu DDR- Zeiten Verbreitung fand. Es gibt die Legende, dass es in Pertersroda einst ein Kind lebte, das wie ein Frosch aussah und sich auch so bewegte. Auch gab es einen Froschbrunnen im Ort. Warscheinlicher jedoch ist die Herleitung des Wappenbildes aus geografischen Tatsachen, dass fünf bis sechs Teiche in der Gemarkung von Petersroda lagen, die im Frühjahr natürlich ein immenses Froschquaken von sich gaben.

Die Kirche von Pertersroda wurde 1256 als romanisches Gottershaus errichtet und 1576 wurde eine neue Kirche im gotischen Stil erbaut. 1872 wurde der Kirchturm mit dem achteckigen Turmaufsatz erweitert. Nach 1966 fand kein Gottesdienst in der Kirche mehr statt und in den anschließenden Jahren verfiel die Kirche zusehends. Ab 1995 wurde auf Initiative des Fördervereins kontinuierlich Erhaltungsmaßnahmen durchgeführt.

Bergbaufolgelandschaft

Mitte des 19. Jhrd begann die ersten bergbaulichen Aktivitäten im Südwesten der Goitzsche, nahe den Ortschaften Pertersroda und Holzweißig. Dem Braunkohleflöz folgend, bewegte man sich dann mit dem Abbau von Ost nach West.

Heute erstreckt sich nördlich und östlich von Pertersroda ein Seen- und Waldgebiet als Nachfolge des Bitterfelder Bergbaureviers ( ehemaliger Tagebau Holzweißig- West und Goitzsche). Das gesamte Gebiet ist Teil des neuen Sächsischen Seenlands.

Entlang der zahlreichen Seeufer erstreckt sich ein ausgebautes Rad- Wanderwegenetz mit Aussichtsplattformen und Informationstafeln zur Entstehung der Landschaft. Auch der 120 km lange Radweg Kohle- Dampf – Licht von der Lutherstadt Wittenberg nach Markleeberg führt am See vorbei.

Die beiden nächstgelegenen Seen östlich von Pertersroda sind der Neuhäuser See und der Ludwigsee. Weiterhin befindet sich direkt östlich neben Pertersroda eine Vernässungsfläche, die zwar von der Fläche her mit dem Ludwigsee mithalten kann, aber noch nicht als eigenständiger See ausgewiesen wird. Sie sind Bereiche des ehemaligen Tagebaus Holzweißig- West, der von 1958 bis 1980 betrieben wurde.

Der Ludwigsee mit einer Fläche von ca. 90 ha hat eine öffentliche Badestelle. Seine durchschnittliche Tiefe beträgt 17,8 m und seine tiefste Stelle 32,0 m.

Namensgeber des Neuhäuser See ist das 1976 gemeinsam mit dem Ort Paupitzsch abgerissene Gut Neuhaus . Die Flutung des ca. 155 Hektar großen Sees erfolgte von 1993 bis 2005. Er hat ein Fassungsvermögen von 18.0 km3, wobei seine durchschnittliche Tiefe 15,0 m und seine tiefste Stelle 27,0 m beträgt. Überließendes Wasser wird aus dem See über die Goitzsche in die Mulde geleitet. Ab 1997 wurde das Gelände renaturiert und standsichere Böschungen hergestellt. ( Texte Hans- Jürgen/ Bilder Eva)

Neuhäuser See

Die Wächter der Goitzsche

Der Künstler Anatol Herzfeld erinnert an das frühzeitige und beispielhafte Wirken des anhaltinischen Fürsten Friedrich Franz von Anhalt-Dessau. Leopold lll. setzte seine Vision von der Einheit aus Garten-Parkgestaltung, Achitektur sowie ökonomischen, sozialen und pädagogischen Anliegen in die Tat um. Diese Eisenkerle sind 2.10 m groß und sind um den großen Findling mit der Inschrift “ Franz “ gruppiert. Um diese Wächter herum sind nochmals 45 Findlinge mit Bildern von den Holzweißiger Kinder entworfen, die den Alltag zeigen. Diese Bilder werden noch in Zukunft von der Verwandlung des Ortes und der Landschaft erzählen- so ist der Künstler überzeugt.

Unsere letzte Etappe Delitzsch

Die gesamte Altstadt mit ihren engen Gassen, zahlreichen alten Bauwerken und der Wehranlage bestehend aus einer 1,4 km langen Stadtmauer ist genauso erlebbar wie zwischen dem 14. und 15.Jhrd. Ein großer Anziehungspunkt sind die alten Stadttürme, die auch zugänglich sind. Der Breite Turm mit einer Höhe von 46 m ist zugleich das höchste Bauwerk der Stadt und das bedeutendste sakrale Bauwerk ist die Stadtkirche St. Peter und Paul, erbaut im 15.Jhrd. In Mitten der ummauerten Altstadt erhebt sich das Barockschloss zu Delitzsch. Einst wehrhafte Burganlage mit Wassergraben, Herzoginnensitz und dann Frauenzuchthaus, befindet sich heute das Museum, die Turist- Information, das Standesamt und die Kreismusikschule.

Die Einkehr im Bürgerhaus rundete die Wanderung ab, bevor wir mit der Stadtbesichtigung und der Heimfahrt den Tag beendeten. Wir danken Hans-Jürgen für den erlebnisreichen und fröhlichen Tag.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.