Hans Kohlhas und der Streit mit dem Junker Zaschwitz

 

Die Geschichte von Hans Kohlhas,

führte uns 15 Wanderer am 18.12.16 in Richtung Bad Düben.

Hans Kohlhas um 1500 in Tempelberg geboren, wurde  dann Kaufmann in Cölln an der Spree( heute Berlin ) , hatte eine Frau und 3 Kinder.

Um 1532 reiste er zur Leipziger Messe und wollte im Gasthof von Wellaune übernachten. Auf der Straße wurden ihm von Untertanen des Gutsherrn von Zaschwitz mit Gewalt 2 Pferde abgenommen und er wurde beschuldigt sie gestohlen zu haben, was er aber bestritt. Trotzdem musste er seine Reise zu Fuß fortsetzen.

Auf der Rückreise wurde er beim Gutsherrn vorstellig und forderte seine Pferde ein. Der Junker wollte sie ihm geben forderte aber die Bezahlung der Futterkosten. Als Kohlhas dies ablehnte wurden ihm die Pferde nicht herausgegeben.

Kohlhas versuchte im Rechtsstreit und unter Vermittlung des Kurfürsten die Zurücknahme des Diebstahlvorwurfs und die Bezahlung der Pferde sowie die Erstattung der Kosten für das Zuspätkommmen zur Leipziger Messe. Der Junker von Zaschwitz lehnte dies ab und verlangte die Bezahlung der Futterkosten. Kohlhas ging darauf ein und erhielt die Pferde, die aber im miserablen Zustand waren. Eins der Pferde verstarb am nächsten Tag.  Kohlhas zahlte das vereinbarte Geld nicht worauf der Junker jede weitere Verhandlung verweigerte.

Da Kohlhas sah, daß auf dem Rechtsweg nichts mehr zu machen war schrieb er an den Junker und an das Land Sachsen einen Fehdebrief. Diese reagieren betroffen und wandten sich um Rechtshilfe und Fahndung an den brandenburgischen Kurfürsten. Der antwortete, dass über den Aufenthalt von Kohlhas nichts bekannt sei.

Kohlhas hatte sein Geschäft aufgegeben. 2 Jahre waren darüber ins Land gegangen. Es war mittlerweile 1534. Der Junker von Zaschwitz verstarb.

Mit den Erben von Zaschwitz kam es noch einmal zu einer vereinbarten Zahlung die aber vom Kurfürsten von Sachsen wieder annulliert wurde. Es erfolgte ein Fahndungsbefehl für Kohlhas und eine Belohnung von 100 Talern wurde ausgesetzt.

Es verbreiteten sich Gerüchte über Untaten von Kohlhas. Selbst Martin Luther mischte sich ein und schrieb einen Brief in dem er ihn bat von Gewalt abzusehen.

Zwischenzeitlich wurde immer wieder  versucht auf dem Rechtsweg den Streit beizulegen. Kohlhas forderte vorher die Entschädigung, die aber verweigert wurde. Nun begann er  mit Erpressungen und Plünderungen und verübte Racheakt für getötete  Mitstreiter.

1540 schließlich fasste man ihn und es wurde ihm der Prozess wegen Landfriedensbruch gemacht. Er verteidigte sich selbst und beharrte auf der Rechtmäßigkeit seiner Taten.

Er wurde zum Tode verurteilt und am 22.März 1540 in Berlin in der Nähe  des heutigen Straußberger Platzes gerädert.

Sein Leben war Vorbild für die Novelle ” Michael Kohlhas ” von Heinrich von Kleist.

(Text :Christa / Bilder : Gisela )

Kommentare sind geschlossen.