Wanderung von Zöschen nach Wallendorf

Die Wettervorhersage war wirklich nicht gut, es sollte stark regnen und stürmen, nichtsdestotrotz fanden sich von 16 angemeldeten  Wanderer immerhin 9 Wanderer zusammen um in der Elster -Luppe Aue zu wandern. Von Zöschen, ein Ortsteil der Stadt Leuna mit 1000 Einwohner ,führte uns Christa nach Wallendorf.

Der Ort wurde nachweislich 1269 erwähnt und ist sorbischen Ursprungs. Es bedeutet soviel wie ” der in diesem Land wohnende “der Hiesige. 1440 -1819 hatte das Adelsgeschlecht von Brandenstein im Gutshof seinen Sitz. Eine Tafel am Herrenhaus erinnert an eine Begebenheit im Jahr 1833. Der Gutsverwalter erschoss auf Grund einer tragischen Liebe die Tochter  (20 Jahre ) des Gutsbesitzer. Da der Selbstmordversuch scheiterte und er im Zuchthaus ging, schrieb er das Gedicht “Geduldig tragen ich alle Leiden ” welches vertont wurde und dadurch zum Volkslied wurde. Ein Höhepunkt des dörflichen Lebens ist das jährliche Kuchen essen . Es ist ein Heimat- Dorffest und findet 14 Tage nach Pfingsten statt. Die Kirche von Zöschen wurde vor ca.250 Jahren erbaut. Sie hat eine Ladegastorgel. Im Sommer finden anspruchsvolle Konzerte statt.

Unweit von Zöschen wurde 1944 ein Arbeitserziehungslager erreichtet. Die Gefangenen mußten in Leuna Zwangsarbeit verrichten. Es waren in der Mehrzahl Holländer. Etwa 500 Gefangenen überlebten die Qualen nicht. Darin erinnert der Gedenkstein mit den Namen.

In der Elster – Luppe Aue wurde bis 1971 Landwirtschaft betrieben. Ab 1973 wurde im Tagebau Kohle gefördert. Wobei die Qualität der Kohle problematisch war. Sie war durch den Salzgehalt nur eingeschränkt zur Veredlung geeignet. Das aufsteigende Grundwasser aus dem Zechsteinzeit hatte einen hohen Salzgehalt, dadurch führte sie bei der Verbrennung zu einer starken Verschlackung der Feuerstätten. Aus diesem Grund wurde der Einsatz der Salzkohle von Großverbraucher wie Leunawerke und Bunawerke abgelehnt und fand daher nur als Briketts in Privathaushalten Einsatz. Der Abbau endete 1989 und die Sanierung dauerte dann bis 1998, sodass dann bis 2002 die Flutung der Gruben durch Rohleitungen von der weißen Elster erfolgte. Danach kaufte das Gelände die Stadt Schkopau und die entstandenen Seen erhielten die Namen Wallendorfer – Raßnitzer See.

Der Raßnitzer See ist vorrangig als Natur- und Landschaftschutzgebiet vorgesehen, daher hat der Naturschutzbund die Hälfte des Sees erworben und entwickelt es  zu einem Naturrefugium. Die Fläche des Sees beträgt 315 ha, ist 13 – 37 m tief und hat 10 km Uferlinie. Durch den hohen Salzgehalt friert er im Winter weniger zu als der Wallendorfer See und dient daher den Vögeln als Überwinterungsplatz, oder auch als Rastplatz für zahlreichen Wasservogelarten. Die kann man dann vom Aussichtspunkt beobachten.

Insgesamt kann man abschließend sagen, daß es eine sehr interessante und landschaftlich schöne Wanderung war, wofür wir uns dann auch bei Christa für die Ausführungen bedanken. ( Text : Christa und Bilder von Eva)

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