Wenn die Kraniche ziehen

In aller Herrgottsfrühe treffen sich 26 Wanderer in der Osthalle (Hauptbahnhof)zur Fahrt ins Kyffhäusergebirge um da einen schönen Wandertag zu verbringen.

Über einen Radweg erreichen wir Kelbra und erklimmen die “Gipfel” des Kyffhäuser.

Schmählich im Stich gelassen von der Bahn treffen wir mit einer Stunde Verspätung in Berga-Kelbra ein.


Zum Verschnaufen kommt uns der Ausblick zur Burgruine Rothenburg gerade recht. Erbaut wurde sie in der 2.Hälfte des 12. Jahrhunderts. Die Besitzer standen auf der Seite des
Welfenherzogs Heinrich des Löwen; erbitterter Gegner des Stauferkaisers Barbarossa.

Mit Blick zur Burg

Seit der Zeit oft Besitzerwechsel. Der letzte Bewohner war der berüchtigte Räuber Loth aus Frankenhausen, der hier seinen Schatz von 370 000 Silbermark versteckt hielt.

Heute ist die Ruine in Privatbesitz.
Auf einer Höhe von ca. 450 m schwenken wir auf den Kaiserweg ab. Mit dem Gedanken an ein gutes Essen erreichen wir die Bungalowsiedlung Badra, wo wir schon in der “Hüfler – Baude” erwartet werden.


Die zweite Hälfte unserer Wanderung führt uns durch das Kellental in die Badraer Schweiz.
Über den “Kleinen Heuweg” (ein Hohlweg) öffnet sich uns ein wunderschöner Blick auf den Stausee, der in der Goldenen Aue eingebettet ist. Am Horizont sind die Ausläufer des Südharz zu sehen. Die Westseite des Sees ist Vogelschutzgebiet für 300 verschiedene Vogelarten, die hier übers Jahr verteilt zu finden sind. Wir sind hier um den Einflug der Grauen Kraniche zu ihren Schlafplätzen am See zu sehen.

Unsere Kraniche kommen von Finnland, Schweden, dem Ostbaltikum, Polen und ziehen nach Spanien und Südfrankreich.
2014 wurden am See 45 000 Tiere gezählt, die hier Zwischenstopp einlegten.
Aber die Kraniche lassen auf sich warten…Wir laufen weiter an der Südseite des Sees entlang immer den Himmel im Blick, ob nicht doch ein Vogen zu sehen ist.


Ein paar Wanderer von uns werfen noch einen Blick in die Numburghöhle, deren Eingang mit einer Metallplatte verschlossen ist. Nur für die Fledermäuse hat man eine Öffnung
gelassen. Diese Sicherheitsvorkehrung musste getroffen werden, weil sich durch das Karstgestein diese zweitgrößte Höhle im Kyffhäusergebirge unkontrolliert mit Wasser gefüllt hat – eine Gefahr für Hobby-Höhlenforscher.

Das Vogelschutzgebiet


Und dann….schon fast am Ziel unserer Wanderung….sehen wir sie doch noch…Kraniche.
In V-Formation fliegen sie mit Geschrei über das Gebirge zum See. Für ein schönes Foto zu weit entfernt…wie schade. Mit einem schönen Sonnenuntergang klingt unser Wandertag aus.

Wenn die Kraniche ziehen

Was für ein Naturschauspiel, danke für den wunderschönen Tag.

Text: Marlies/ Bilder : Doris

Ein Kommentar

  1. Danke für die schöne Wanderung bei Traumwetter und das Erlebnis die Kraniche noch sehen zu können.

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