Wenn die Kraniche ziehen

23 Wanderer haben sich am 12.10.19 für eine 24 km lange Wandertour entschieden. Bei azurblauem Himmel und strahlendem Sonnenschein steigen wir in Berga aus dem Zug.

Kaiserweg


Über einen Fahrradweg an der Deutschen Fachwerkstraße lang erreichen wir Kelbra. Durchqueren diesen kleinen malerischen Ort und müssen nun eine dreiviertel Stunde stetig bergan durch den Kyffhäuser- Wald, um auf den ca. 450 m hoch gelegenen Kaiserweg zu gelangen. Fast oben angelangt haben wir mal kurzzeitig einen schönen Blick auf die Burgruine Rothenburg, die in privatem Besitz ist.

Der Kaiserweg entschädigt uns für den anstrengenden Anstieg – eine Stunde entspanntes Laufen ohne große Höhenunterschiede. Nach Verlassen des Waldes geniessen wir die weite Sicht über die Talsperre in die Goldene Aue rechts von uns und links am Horizont das Waldgebiet der Windleite.

Einkehr

Keine 20 Minuten später sitzen wir in der Hüfler-Baude, in der Badraer Bungalowsiedlung und lassen es uns schmecken.


Der zweite Teil unserer Wanderung führt uns über das „Kellental“ in die Badraer Schweiz – ein etwas eigenwilliges Gebiet mit Kalkfelsen und karger Vegetation. Über das „Kleine Heutal“, ein Hohlweg, kommen wir am Südufer der Talsperre Kelbra raus.
Die Talsperre wurde 1962 durch Anstauung der Helme zum Hochwasserschutz und zur landwirtschaftlichen Nutzung erbaut. Später hat man auch Wasser abgeleitet in den Thomas-Münzer-Schacht (Sanger- Hausen) zur Verdünnung des stark salzhaltigen Sickerwassers in den Schächten.

Vogelschutzgebiet


Die Westseite des Sees ist Vogelschutzgebiet für ca. 300 Vogelarten die sich hier übers Jahr verteilt aufhalten. Ein jährlicher Hingucker sind von Oktober bis Dezember die durchziehenden Kraniche. Bis 45000 Graue Kraniche hat man im Jahr 2014 hier gezählt. Sie machen hier einen Zwischenstopp ehe es nach Südfrankreich und Spanien weitergeht.

Im Frühjahr ziehen sie zurück in ihre Brutgebiete nach Skandinavien,Ostbaltikum und Polen.

Karstlandschaft


Wir laufen an der Numburghöhle vorbei, deren Eingang mit einen Metallplatte verschlossen ist. Nur für die Fledermäuse hat man eine Öffnung gelassen. Diese Sicherheitsvorkehrung mußte geschaffen werden, weil sich durch das Karstgestein diese zweitgrößte Höhle im Kyffhäusergebirge unkontrolliert mit Salzwasser gefüllt hat – ein Gefahr für Hobby-Höhlenforscher.

Wenn die Kraniche ziehen

Auf den letzten Kilometern unserer Wanderung der krönende Abschluß: etliche hundert Kraniche fliegen lärmend über uns hinweg zum See. Auch während wir auf unseren Zug warten reißt der Vogelzug nicht ab.

Text: Marlis / Bilder : Marlis / Wanderleiter Marlis

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