Ein – „Auf und Ab“- Wanderung zum Schloss Reinhardtbrunn

Wanderleiter Herbert begrüßte am 26.06.22 die 21 Wanderfreunde in Waltershausen zur Wanderung ein „Auf und Ab“ – zum Schloss Reinhardtbrunn. Auch unser Präsident Willy, er vertritt den Verein Leipziger Wanderer. e.V. https://wanderverein-leipzig.de

und der Präsident Felix vom Sächsischer Wander- und Bergsport Verband nahmen an dieser Wanderung teil, um die Qualität der geführten Wanderungen zu überprüfen. Jede Wanderung die im Verein geführt wird, hat ein sportlichen und auch kulturellen Auftrag zu erfüllen. 

Start der Wanderung ist in Waltershausen

Deutscher Maler und Grafiker

Holbein’s Motive entstammen aus der engeren Heimat, wie das Schloss Tenneberg und auch Schloss Reinhardtbrunn malte zu jeder Jahreszeit, denn er hatte eine besondere Beziehung zum Schloss. So wirkte sein Großvater als Kunstgärtner in Reinhardsbrunn. Friedrich Holbein veröffentlichte ab 1928 auch eigene Wandererzählungen in der Lokalpresse. So bekam er Bildbestellungen und Aufträge aus Neapel , Jütland und Rotterdam. Kurz vor seinem Tod trug er sich 2234. Mal ins Gipfelbuch des Inselsberges ein,

Das Schloss Tenneberg

Weithin für Besucher sichtbar liegt auf dem Burgberg eines der Wahrzeichen der Stadt Waltershausen, das „Schloss Tenneberg“. Viele Wanderwege, so der BenI\ediktinerpfad und der Zöglingsweg haben das Schloss, seine Sehenswürdigkeiten und die gastronomische Einrichtung zum Ziel, doch auch mit dem Auto ist es gut zu erreichen. Der Thüringer Heimatdichter August Trinius schrieb vor etwa hundert Jahren: “Schloss Tenneberg, auf dem von Laubgehölz umkleideten Burgberge gelegen, an den das Städtlein Waltershausen sich anschmiegt, darf stolz auf seine Lage sein.” Doch wie begann die Geschichte des Schlosses? Die älteste Urkunde geht zurück auf das Jahr 1176. Archäologische Funde aus der Merowingerzeit deuten jedoch darauf hin, dass schon vorher hier eine Befestigung bestand.

Den Überblick behalten

Errichtet wurde sie an dieser Stelle um die Kaufleute, die auf der Straße unterhalb des Burgberges vorüber zogen, zu schützen, zu überwachen, aber auch zu besteuern. Diese kamen aus Richtung Bad Salzungen über den Rennsteig und brachten das begehrte Salz zur Landeshauptstadt Erfurt. In der Folgezeit diente die Burg den Thüringer Landgrafen bzw. seit 1440 den Herzögen von Sachsen für kurze Zeit als Residenz, häufiger als Jagdschloss. In der Hauptsache war sie jedoch Gerichts- und Verwaltungssitz sowie lange Zeit auch militärischer Mittelpunkt des umliegenden Bezirks, des ‘Amts’ Tenneberg. Im Gefängnis der Burg wurde auch die berühmte „falsche Königin von England“ bis zu ihrem Tode 1565 gefangen gehalten. Die Sage erzählt, dass sie eingemauert wurde und seitdem als „Weiße Frau“ ruhelos durch das Schloss spukt.

Im Laufe der Jahrhunderte fanden ständig bauliche Veränderungen statt.

Die Puppen Herstellung

Im Festsaal wurde am 20.10.1929 das städtische Heimatmuseum gegründet. Der Publikumsmagnet blieb jedoch bis heute die Puppenausstellung. Nahezu zweihundert Jahre dominierte dieser Industriezweig die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt. Begonnen hat es im Jahre 1816, als der Handelsmann Johann Daniel Kestner jun. Papiermachè zur Herstellung von Puppenköpfen einsetzte, die man bis dahin aus Holz schnitzte – der entscheidende Schritt für eine industrielle Fertigung. Die ledernen Bälge, Arme und Beine wurden in Heimarbeit mit Sägespänen ausgestopft, dazu kam noch ein „modisches“ Kleidchen, und damit waren sie für den weltweiten Handel fertig. Die Auszeichnung mit dem „Großen Preis“ auf der Weltausstellung 1904 in St. Louis war eine der bemerkenswerten Anerkennungen für die Waltershäuser Puppen. Zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts waren noch etwa 2000 – 2500 Puppen- und Spielwarenarbeiter für 13 Puppenfabriken tätig. Nach Gründung der DDR zu einem Betrieb zusammengefasst, hieß dieser ab 1976 VEB Puppenfabrik “biggi” Waltershausen. 1990 kam das Ende für den entscheidenden Teil der Waltershäuser Puppenindustrie. Was blieb, war eine von wenigen Mutigen fortgeführte Manufaktur bis 2003. Das Puppenmuseum zieht unverändert Gäste aus aller Welt an.

Auf dem “ Zöglingsweg “ geht es weiter bei 30 Grad durch den kühlen Wald

Den leichten Anstieg auf den Burgberg bewältigen wir ohne Probleme und genießen die Natur bis es runter zu einer Lichtung geht.

Ein “ Auf und Ab “ zum Schloss Reinhardtbrunn

Ist es tatsächlich, denn nach ca. 5 km kommen wir zum idyllisch gelegenen Komstkochteich im Schnepfenthal. Ein merkwürdiger Name für ein See. Oder?

Die Sage vom Komstkochteich

Hier hat sich der Landgraf Ludwig der Eiserne von Thüringen bei der Jagd verirrt. Müde und hungrig traf er auf Holzbauern, die gerade dabei waren ein Abendessen zu kochen. Er bat sie, ihm den Weg nach Reinhardtbrunn zu zeigen. Da luden sie ihn ein, als Gast mit ihnen das gekochte zu essen. Danach brachten sie ihn nach Reinhardtbrunn. Als Dank schenkte der Landgraf den Holzbauern die Wiesen und den See. Die gibt es noch heute als Komstkochteich und Komstkochteich.

Das Kloster Reinhardtbrunn war das Hauskloster der Thüringer Landgrafen. Es lag an einem Bach, der heute “ Das Badewasser “ heißt und im “ Ungeheueren Grund“ entspringt. Die Mönche legten die Teiche für die Fischzucht an, die heute noch in Betrieb sind.

Das “ Auf und Ab“ – wir kommen zum Schloss Reinhardtbrunn

Es drohte vollständig zu verfallen, obwohl es bis nach der “ Wende “ geschafft hat. Nur durch den Verein der sich gründete, konnte schlimmeres verhindert werden. So kämpften sie für die Zwangsenteignung des russischen Besitzers, das er von der „Treuhand “ erworben hatte. Wer würde böses von der „Treuhand“ denken.

Ein „Auf und Ab “ – das Schloss Reinhardtbrunn

Seine 200 hundert jährige Geschichte war geprägt vom Wandel in der Geschichte. Vom Kloster zum Jagdschloss zum Wohnsitz von Witwen.

Sie erzählte uns vom „Auf und Ab“ des Schlosses Reinhardtbrunn bei einer Führung im Schlosspark.

Die Führung und die vielseitigen Erklärungen gaben uns einen Einblick in die Geschichte und machte uns auch neugierig auf die Zukunft des Schlosses. Viele Baustellen sind noch vorhanden bevor es wieder zum neuen Glanz erstrahlt. Mal schauen welches Nutzungskonzept das Land Thüringen vorlegt. Wir werden das im Auge behalten und freuen uns auf die Wiederherstellung des Schlosses.

Nach so vielen Eindrücken hatten wir natürlich Hunger und gingen zur nahegelegenen Fischgaststätte und stärken uns, denn die letzten Kilometer standen an.

Ein “ Auf und Ab“ weiter geht’s zurück nach Waltershausen

Denn die Heimreise steht an und wir müssen uns auf den Weg zum Bahnhof machen.

In Waltershausen am Marktplatz endet ein toller Wandertag mit einem Eis auf die Hand, so können wir mit schönen Eindrücken die Heimreise antreten.

( Bilder sind von Evi und Doris)

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