Eine Investruine aus dem Mittelalter

Investruinen sind kein Phänomen der Neuzeit nein, die gab es auch schon eher, – so wie das Schloss Osterland. Eine Prüfungswanderung am 24.07.22 hatte dieses Thema und der Start sollte in Wermsdorf sein und in Oschatz enden.

Doch erst einmal nach Wermsdorf kommen. Wir stehen am Bahnhof und möchten los, doch leider fällt der Zug aus . Was tun ? Einige Wanderfreunde haben eine Idee, wir fahren mit dem Zug nach Oschatz und weiter mit dem Bus nach Wermsdorf. Nach dem ersten Schreck können wir trotzdem pünktlich starten und trotz der warmen Temperaturen soll es eine schöne Wanderung “ Zur Investruine aus dem Mittelalter “ werden.

Das Wüste Schloss Hayn

Nach 4 km im Wermsdorfer Wald hatten wir auch schon das erste Ziel erreicht. Am Wüste Schloss Hayn ist nur ein Hinweisschild, denn es handelt sich um Reste einer Wasserburg. Auf ganz alten Landkarten ist die Sumpfburg als “ Hahn “ vermerkt. Sie ist von mehreren äußeren Gräben umgeben und sie lässt sich nur erahnen. Doch nach einer Sage hat sich folgendes zugetragen :

Die Sage von Schloss Hayn:

Einst war in Calbitz Tanz. In fröhlicher Stimmung verließen die Dorfmusikanten spät in der Nacht den Ort und wanderten ihren Heimatdörfern zu. Dabei kamen sie in die Nähe des Wüsten Schlosses Hayn. In seinem Übermut machte einer der Musikanten den Vorschlag, dem Schlossherrn ein Ständchen zu bringen. Alle waren einverstanden und die rauen Töne der Dorfmusikanten erklangen durch die Stille des nächtlichen Waldes.

Kaum hatten sie das zweite Stück begonnen, da erschien auf den verfallenen Mauern ein graues Männchen mit einem langen Barte. Vor Schreck hörten die Musikanten mitten im Stück auf zu spielen. Doch das Männlein winkte ihnen freundlich zu. Endlich wagten sie näher zu treten. Das Männlein verkündete ihnen: „Der Schlossherr hat sich über das Ständchen gefreut, das ihr ihm gebracht habt und schenkt jedem von euch eine Wurst zum Lohne.” Mit diesen Worten verschwand es.
Starr vor Schreck blickten sich die Musikanten an und schlichen leise von der unheimlichen Stätte fort. Neugierig versuchten sie von dem Geschenk zu kosten, doch die Wurst war so hart, dass sie allen Angriffen widerstand. Aus Ärger warfen sie die Wurst weg. Nur einer steckte sie in die Tasche.

Im Heimatdorfe angekommen, versprachen sie einander, niemand davon zu erzählen, um nicht ausgelacht zu werden. Der eine ließ sich seine Wurst zum Mittagsmahle zurichten. Als er sie anschnitt, fielen lauter blanke Goldstücke heraus. Gar bald erfuhren das die Nachbarn. Schnell machten sich die anderen Musikanten auf, um die weggeworfenen Würste zu suchen. Doch vergebens. Die Musikanten zogen traurig heimwärts. Von einem hohen Baum rief ihnen ein Vöglein nach: Tschitschipä, Tschitschipä!”
(Quelle: Mannewitz, Heimatbuch für Schule und Haus)

Der Collm Berg

Der Name kommt aus dem slawischen bzw. sorbischen eholm
„Hügel, Kuppe“ ist mit 312,7 Meter über NN eine Landmarke der Region und gehört zum Nordsächsischen Sattel.
Man könnte meinen er ist ein ehemaliger Vulkan, die Form lässt darauf schließen, doch die Gebirgsbildung entstand im Karbon vor rund 300 Millionen Jahren. Doch wesentlich älter, nämlich 500 Mill. Jahre ist das aufliegende Gestein -die Grauwacke. Sie wird umliegend abgebaut. Der Steinbruch ist heute ein geologisches Naturdenkmal.

Der Albertturm

Kurfürst Johann Georg wollte bereits 1629 einen zwei geschossigen Turm von acht Meter
Seitenlänge und 20 Meter Höhe errichten lassen, doch der 30 -jährige Krieg verhinderte
dieses Vorhaben. Der Restaurator Lettau betrieb um 1840 einen fliegenden Bierschank.
Mit Hilfe eines Eselgespanns und wenige Jahre später errichtete der gleiche Gastwirt mit staatlicher Genehmigung ein Berggasthaus bis zum Sommer 1851. Ein Meißner Schriftsteller beklagte

„Doch hier auf Berges Gipfel, hemmten dichtbelaubte Wipfel freien Blick dem
Spähergeist“
(Julius Hofmann)

Der 18 Meter hohe Turm wurde 1853 errichtet und am 24. April 1854 durch das Comitee des Formbaus freigegeben. Seinen Namen bekam er dann von dem damaligen Prinzen und Herzog und späteren König
Albert von Sachsen und diente seither als Aussichtsturm.
Die 99 Stufen führen auf einer Außentreppe entlang und nur das letzte Stück führt über eine Innentreppe zur Aussichtsplattform.
Bei guter Sicht kann man einen Blick auf den Wermsdorfer Wald, die Dahlener Heide, ferner
auf den Petersberg bei Halle, Schloss Hartenfels in Torgau und auf das Völkerschlachtdenkmal in Leipzig erkennen. Nach der Wende wurde der Alberturm immer baufälliger, musste er 1994 durch den Staatsbetrieb Sachsenforst gesperrt werden. Es wurden dann neue Stahlträger und ein neuer Betonbelag verbaut. Nach dem Kaufabsichten von der NPD bekannt wurden, kaufte die Gemeinde Wermsdorf im Dezember 2010 den Turm für 300 Euro.

Die Funkstation

Es wurde 1960 ein Richtfunkturm 90 Meter hoch, gebaut und dieser wurde als UKW-Sender Oschatz bekannt. Der heutige 100 Meter Funkturm kam 2004 hinzu und der nun überflüssige alte Turm wurde ab Mai 2005 abgetragen.

Geophysikalisches Observatorium

Es wurde schon 1927 bis 1932 mit Geldern der Rockefeller Stiftung erbaut und 1935 kam eine Seismographische Station dazu.

Wandergruppe zur heutigen Prüfungswanderung

1000 Jährige Linde

Die Collmer Sommerlinde (Tilia platyphyllos).
Hornisse (Vespa crab )

steht seit 17.08.1949 als Baumnaturdenkmal unter Schutz. Mit über 1000 Jahren ist sie die älteste Linde Sachsens.
Im 12. und 13. Jahrhundert hielten die Markgrafen zu Meißen (erstmalig 1185-Otto der Reiche) vermutlich unter diesem Baum ihre Landdinge- die höchste Gerichtsversammlung des Meißener Landes ab.
1926 führte der Landesverein Sächsischer Heimatschutz – auf Gutachten von Herrn Hofrat Bouché aus Dresden, mit dessen finanzieller Hilfe – erste Erhaltungsarbeiten durch.
1953 erfolgte eine weitere Verfüllung des hohlen Stammes mit Bruchsteinen und Beton
1992 ist durch die Fa. Krahnstöver & Wolf (Leipzig) auf Initiative des Bürgermeisters und der Unteren Naturschutz Behörde sowie finanziert mit Fördermitteln des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landesentwicklung und des Landratsamtes Oschatz eine fachgerechte Sanierung durchgeführt worden.
Der mächtige Baum bietet vielen Tierarten Schutz und Unterschlupf.
Langohrfledermaus (Plecotus spec.)

Wir machten uns auf den Weg zu unserer Investruine aus dem Mittelalter und entdecken sie an einem kleinen See nahe Oschatz gelegen.

Eine Investruine aus dem Mittelalter ?

Das Schloss Osterland

Eine Investruine aus dem Mittelalter


Das Wüste Schloss Osterland nahe gelegen von Oschatz ist eine Schlossruine mit gotischen
und romanischen Strukturen.
Es gilt als erwiesen, dass das Schloss 1211 errichtet wurde und schon 90 Jahre später nicht mehr in Benutzung war. Das belegt eine Urkunde aus dem Jahre 1379, wo es als wüstes Steynhaus deklariert wird. Im 12. und 13. Jahrhundert war es üblich, dass die Markgrafen
mit Ihrem Hofstaat von Ort zu Ort reisten, daher leuchtet es ein, das
eine zeitweilige Residenz gebaut werden sollte. Durch den frühen Tod
von Dietrich, genannt der Bedrängte (geb. 1162) wurden die Bauarbeiten 1221 beendet. Sein
Sohn Heinrich der Erlauchte war gerade 3 Jahre alt, konnte das Vorhaben somit nicht
weiterführen.

Eine Investruine aus dem Mittelalter


So entstand eine Vierflügelanlage, die wurde aber nicht fertig gestellt, komplett
dreigeschossig standen nur zwei von vier Flügeln.
Der dritte Flügel brachte es immerhin noch auf ein Geschoss und vom
Viertem Flügel zog man lediglich die Innenmauern um den Hof ein zuschließen. Viele Fragen bleiben trotz der 2 Grabungen offen.
So richtig weiß man nichts über die ursprüngliche Nutzung.
Es wird davon ausgegangen, dass das Schloss als Jagdschloss genutzt wurde. Dafür sprechen
die gefundenen Gehege. Die Nutzung des Schlosses endete schon 1259. Nach 48 Jahren wurde das Schloss nur noch gelegentlich zu Jagdausflügen genutzt, denn in der Nähe zu Dresden und Meißen gab es ebenfalls viele Gebiete, die für die Jagd zur Verfügung standen. Als Fazit kann man feststellen, Investruinen sind nicht nur ein Phänomen unserer heutigen Zeit.

Wir verlassen diesen romantischen Ort und machen uns auf den Weg mit den letzten 4 km zu unserer Einkehr zum „Ozler“

Alle Wanderfreunde erlebten eine schöne Wanderung mit landschaftlichen Höhepunkten und auch historischen Highlight rundeten die Wanderung ab.

Nach dem Essen haben wir noch ein wenig Zeit und Willy machte eine Auswertung zur Wanderung mit Hinweisen.

( Bilder: Doris und Herbert)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.